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Die Gründung Goslars

Gespeichert von Frank am/um 1. Oktober 2011 - 12:44

Die Gründung Goslars

Kaiser Heinrich I. liebte die Jagd und den Vogelfang. Besonders gern weilte er in den schönen Tälern des Harzgebietes. Seine Pfalz Werla auf dem Kreuzberge bei Burgdorf an der Oker lag in der Nähe des Harzes, und gar oft zog er von dort in das wildreiche Gebirge.

Einst jagte er wieder zur Herbstzeit in seinem lieben Harzwalde. Er verfolgte einen wilden Keiler und entfernte sich dabei immer mehr von seinen Jagdgenossen. Nur ein treuer Knappe blieb ihm zur Seite. Endlich gelang es dem Kaiser, das Untier zu erlegen. Da ließ Heinrich durch seinen Knappen das Halali blasen, denn der Ort, an dem er den Keiler erlegt hatte, dünkte ihm gut zur Rast. Es war ein freier Platz am Fuße des Gebirges. Ein klares Bergflüsschen plätscherte durchs Tal. Bald versammelten sich die Jagdgenossen um ihren Herrn. Die Knechte brachten das erlegte Wild herbei und ein fröhliches Mahl wurde gehalten. Kaiser Heinrich ließ seine Augen mit Wohlgefallen über das schöne Gelände streifen. Er sah die hohen, himmelanstrebenden Berge, von dunklen Tannenwäldern gekrönt. Er freute sich über die grünen Wiesen und über das silberklare Gewässer. Fröhlich erhob er den Becher und rief: "An diesem schönen Platze will ich mir eine Burg bauen!" Da sprach einer seiner Ritter: "Herr, soll das ein Wort sein? Und der Kaiser erwiederte: "Ja, ein Kaiserwort!"

Nicht lange darauf erhob dort am rauschenden Goseflüsschen ein kaiserliches Jagdschloss seine Türme und Zinnen. Bald siedelten sich mehr Leute im Schutze der kaiserlichen Burg an. Als die Ungarn ins Reich einfielen, ließ Kaiser Heinrich den Ort durch Wal lund Graben und dicke Mauern befestigen. Die neue Stadt aber ward Goslar, das heisst Lager an der Gose, genannt.