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Der Blitzschlag im Kaiserhaus

Gespeichert von Frank am/um 4. Oktober 2011 - 12:32

Der Blitzschlag im Kaiserhause

Der junge Kaiser Heinrich V. lag einst zu Goslar im Kaiserhause und schlief. In der Nacht brach ein heftiges Gewitter aus, Blitze zucken und Donner rollten. Die Diener erwachten und sprangen vom Lager, aber niemand wagte den jungen Kaiser zu wecken. Plötzlich flammten die Gemächer des Kaiserhauses und ein fürchterlicher Donnerschlag erdröhnte. Die Diener fielen ohnmächtig zu Boden. Als sie wieder zu sich gekommen waren, eilten sie vor das Schlafgemach des Kaisers. Mit Gewalt erbrachen sie die Tür. Doch der Kaiser hörte es nicht, sanft schlief er auf seinem Lager und atmete ruhig. Aber sein Schwert und Schild, die über dem Bette an der Wand hingen, glühten in bläulichen Flammen, denn der Blitz war in sie gefahren. Da weckten die Diener ihren Herrn auf. Staunend sah er um sich, und als er die geschmolzenen Waffen gewahrte, erriet er , was geschehen war. Rasch sprang er auf, kleidete sich an und ließ die noch rot glühenden Waffen in die Schmiedewerkstatt tragen. Hier ergriff er selber den Hammer und stellte Schwert und Schild wieder her, noch ehe das Eisen erkaltet war. Nie vertauschte er seitdem diese von Gott selbst geweihten Waffen, und in 62 Schlachten blieben sie seine treuesten Begleiter.